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Mit dem patentrechtlich geschützten Tonplatten-Verfahren verfügt die Josef Möbius Bau-Aktiengesellschaft über ein technisch ausgereiftes und effektives Verfahren für den Einbau von Tondichtungen unter Wasser. Sowohl die Böschungen als auch die Sohlen von Binnenwasserstraßen und Gewüssern können damit gezielt und sicher abgedichtet werden.
Der Einbau von Naturtondichtungen erfolgt in vier Arbeitsschritten:
1. Tonaufbereitung,
2. Transport zum Einbaugerät,
3. Einbau und Verdichten des Materials in das Tonbett in 20 oder 30 cm Dicke,
4. Aufnehmen und Verlegen der Tonplatten mit der Vakuumverlegeglocke.
Der aus einer Tongrube angelieferte Naturton wird zunächst in einer Aufbereitungs- und Knetanlage (Kastenbeschicker, Steinaussortierer, Bedechi-Anlage) unter dosierter Wasserzugabe homogenisiert, so dass die Einhaltung der vertraglichen Anforderungen an das Dichtungsmaterial stets sichergestellt ist.
Von der Aufbereitungsanlage wird das Material in Schuten zur Verlegeeinheit transportiert.
Aus der seitlich festgemachten Schute übernimmt ein Bagger den Ton und baut ihn verdichtet in der vorgegebenen Dicke in eine Tonbettform ein. Daraus sticht ein weiterer Bagger ca. 4 m x 4 m große Platten mit einer Vakuumglocke aus, und setzt diese positionsgenau in einem vorgegebenen Raster mit mindestens 10 cm Überlappung auf der Kanalsohle bzw. -böschung ab. Durch das aufgebrachte Vakuum erfolgt zusätzlich eine ständige, automatische Kontrolle der Homogenität bzw. Dichtigkeit der jeweiligen Tonplatte.
Mit einer hydraulisch zu betätigenden Auspressplatte wird jedes Tonplattenelement aus der Vakuumglocke herausgedrückt und auf den Untergrund gepresst. Anschließend werden die überlappenden Nahtstellen mit der ausgefahrenen Auspressplatte glattgedrückt.
Durch das Andrücken der Tonplatten wird - auch auf Böschungen - von vornherein eine hohe Lagestabilität erreicht.
Für das positionsgenaue Absetzen der einzelnen Tonplatten unter Wasser stehen dem Geräteführer zwei Monitore zur Verfügung, die in Grundriss und Schnitt sowohl die aktuelle Position des Arbeitsgerätes als auch die Soll-Lage der Tonplatte zeigen (Unterwassersichtgerät). Die Position des Arbeitsgerätes relativ zur Pontonplattform wird elektronisch durch Winkelgeber an allen Punkten der Baggerkinematik ermittelt. Die absolute Lage des Verlegebaggers wird durch das Global Positioning System (DGPS) bestimmt. Damit ist eine kontinuierliche Positionsbestimmung des Verlegebaggers möglich.
Das DGPS-System auf der Baustelle besteht aus zwei Empfängern auf der Pontonplattform und einem Empfänger in einer Referenzstation an Land, deren Lage tachymetrisch bestimmt wird. Es werden zumindestens vier Satelliten gleichzeitig gemessen. Ein entsprechendes Computerprogramm errechnet aus diesen Messungen die Position des Verlegegeräts auf der Pontonplattform und die Position der Vakuumglocke. Gleichzeitig wird die Position der Referenzstation mit dem GPS bestimmt und das Ergebnis mit den tachymetrisch ermittelten Werten verglichen. Evtl. Abweichungen, die bei dieser Kontrollmessung festgestellt werden, werden automatisch als Korrekturfaktoren bei der Positionsbestimmung der Tonplatten berücksichtigt.
Für den Landanschluss der Tondichtung wird ergänzend ein an Land stehender Hydraulikbagger, DGPS-gesteuert, eingesetzt.
Referenzprojekte:
Dortmund-Ems-Kanal km 22,200 - 32,500; 2001 - 2007
Mittellandkanal km 306,620 - 307,842; 2004 - 2006
Havel-Oder-Wasserstraße km 62,300 - 64,800; 2004 - 2005
Mittellandkanal km 307,825 - 308,927; 2002 - 2004
